Bericht im Oltner Tagblatt vom 12.04.1008
Balsthals Fussball wird aufgemischt
Neugründung Der Sportclub Regio Balsthal will das Feld von der 5. Liga her aufrollen
PHILIPP KISSLING
Mit einem neuen Fussballclub hat in Balsthal niemand gerechnet. Der Verein heisst Regio Balsthal und zwar nicht FC, sondern SC (Sportclub). Denkbar ist, dass neben dem Fussball andere Sportarten ein Zuhause finden. Vorerst planen die Macher allerdings mit den Tschüttelern. Bereits an der im August beginnenden Meisterschaft 2008/09 des Solothurner Kantonal-Fussballverbands (SKFV) soll eine Mannschaft des SC Regio Balsthal teilnehmen. Die Anmeldung beim SKFV steht noch aus. In den nächsten Tagen will der Sportclub Post nach Zuchwil schicken.
Spring als Präsident und Brun als Sportchef sind die Zugpferde des SC Regio Balsthal. Die Namen der anderen Vorstandsmitglieder wollen sie noch nicht verraten. Brun indes ist den Szenenkennern bekannt vom FC Oensingen, dem er von Ende Januar 2005 bis Ende August 2006 als Präsident vorgestanden war. Beide beteuern, dass sie dem FC Klus/Balsthal keineswegs das Wasser abgraben wollen. «Wir schauen auf uns, nicht auf andere», sagt Brun und ergänzt: «Wir werden die Region nach ausgeflogenen Balsthalern abgrasen und versuchen, sie hierher zurückzuholen.» Womit der SC Regio ein grosses Ziel erreichte, das für Christian Spring bei der Gründung im Vordergrund gestanden hatte: «Das Balsthaler Volk soll die Spieler auf dem Rasen kennen und sich mit ihnen identifizieren.» Spring, der in Herzogenbuchsee aufwuchs und seit 1977 in Balsthal lebt, glaubt, dass genau das beim FCKB verloren gegangen ist.
Das allererste Fanionteam, das im Sommer in der 5. Liga beginnen soll, ist laut Renato Brun «quasi beisammen». Mit Patrick Bösch, den Brun schon in Oensingen installiert hatte, steht ein Trainer bereit. Ebenfalls verfüge man über das nötige Schiedsrichterkontingent. Geplant wird auf fünf Jahre hinaus. Der Aufstieg in die 4. Liga soll bereits in der ersten Saison erreicht werden, die Promotion in die 3. Liga nur ein Jahr später. Dann will man sich drei Spielzeiten lang Zeit geben, um an die Spitze zu gelangen respektive an die Türe der 2. Liga zu klopfen. Offen ist derzeit noch, ob gleich zu Beginn auch eine Juniorenmannschaft auf die Beine gestellt werden kann. Renato Brun: «Wir möchten ein C-Juniorenteam machen. Nun kommt es darauf an, ob wir genügend Spieler finden, 15 sollten es schon sein.» Vielleicht lasse sich etwas machen, weil andere Vereine ihre C-Junioren aufgelöst oder viele Junioren in dem Alter aufgehört hätten.
Bleibt die Frage nach der Infrastruktur im Moos, die der SC Regio nutzen möchte. Zwar befindet sich lediglich das Klubhaus im Besitz des FCKB, die Rasenplätze sowie das Tribünengebäude mit den Garderoben gehören der Gemeinde. Aber: Balsthal hat mit seinem FC spezielle Verträge abgeschlossen. Die Nutzung wird jeweils im August für das Folgejahr von der Sportkommission gemeinsam mit dem FC geregelt. «Deshalb ist es unerlässlich, dass erst einmal die beiden Vereine miteinander reden», fordert Jörg Hafner, in der Gemeinde zuständig für das Ressort Kultur, Sport und Freizeit. Gibts keine Einigung, werde sich der Gemeinderat damit befassen müssen.
Christian Spring, der SC-Präsident, ist diesbezüglich skeptisch, bleibt aber locker, obwohl er keinen Plan B hat. Klar ist, dass die Gründung seines Vereins in Fussball-Balsthal Emotionen weckt, bevor die SC-Kicker das erste Mal gegen den Ball getreten haben.












