Zwöi zahlte hohen Preis für schöne Spielzüge
Mit einer unerreichbaren Anzahl Absenzen (15 !!!) reiste das Kluser Zwöi nach Niedergösgen, mehr zum Experimentieren für nächste Saison. Aus einer extrem offensiven Spielweise entsprang eine 0:6-Niederlage, klipp und klar. Aber im Ballbesitz spielten die Kluser wunderschön zusammen.
"Was machen wir falsch", war die Frage einiger Spieler in der Pause. Eigentlich nur eine Sache, aber das war absehbar. Wie muss sich die Abwehr verhalten, wenn sie extrem offensiv steht. Eine Kunst. Das auszuprobieren kostete zwar sechs Gegentore, aber auf der andern Seite war die Spielweise nach vorn, wo die Aussenverteidiger unheimlich viel mit einbezogen wurden, ganz einfach eine Augenweide.
Gut, Barcelona spielt offensiv noch viel traumhafter, kassiert aber nicht so viele Tore. Aber wir wollten nicht Barcelona sein. Klus wollte dem Auswärtsspiel mit einem minimalen Aufgebot einen Sinn und Zweck geben. Man hätte mit einer sehr defensiven Einstellung vielleicht Punkte geholt, aber die bringen im Moment nichts. Durch die 15 (fünfzehn, das ist kein Tippfehler) Absenzen im zwischenzeitlich auf 27 Spieler aufgestockten Kader kann die zweite Mannschaft momentan kaum Fortschritte erzielen. Ausser, man nimmt bewusst Sachen in Kauf. Ausserdem waren von den 13 aufgebotenen Spielern mit Kaplan (Zerrungsverdacht), Murat Celik (Zerrung noch nicht ganz verheilt) und Ramazan Uran (Entzündung am Knie) drei angeschlagen, die man im Normalfall nicht hätte aufbieten dürfen.
Profitiert vom Gastspiel in Niedergösgen hat die Offensive, besonders die Aussenverteidiger, aber die gesamte Spielentwicklung. Mit Kurzpässen, sehr variablem Spiel, Einbeziehen aller Kräfte im wohl überlegten Spiel nach vorn, das war weitgehend super. Zwei Punkte genügten bei dieser Spielweise nach vorn nicht: Es schauten erstens zu wenige Torschüsse heraus, und zweitens bei Ballverlust muss man sofort extrem Druck machen, um den Gegner nicht kontern zu lassen.
Wenn zweiteres nicht klappte, gab es die langen Pässe, und die hohe Kluser Abwehr sah einige Male nur die Absätze der Gegner. 0:4 zur Pause, alles Kontertore, dann in der zweiten Halbzeit "Besserung" durch "nur" zwei weitere Gegentreffer. Eigene Treffer hätten sich die Kluser allemal verdient, das war ein gewisser Wermutstropfen.
Auch war schade, dass bis zum 0:1 Klus sehr dominant und diskussionslos überlegen war, aber mit den zwei ersten Gegenstössen die enorme Verwundbarkeit in der Abwehr gleich mit dem wegweisenden Doppelschlag bezahlte. Die Kraft für Pressing nach Ballverlust war nicht mehr da, die Azzurri kamen mit wenig Aufwand einfach zu den grossen Konterchancen, weil sie Platz hatten, um die langen Bälle zu schlagen.
Azzurri Niedergösgen - Klus-Balsthal 6:0 (4:0)
Tore: 14., 17., 33., 37., 60., 64. (Foulpenalty).
Klus: Achermann; Eggenberger, Lehmann (65. Birgin), Canonica, M. Celik (46. Tas); Häusler, Krecovic (75. M. Celik); Bertschi, Karaagac, Kaplan; Birgin (46. Uran).
Klus ohne Petrusic, Grolimund, Hammer, Ackermann, Lucic, Furcillo, Toski, U. Celik, Mayr, Linder (alle verletzt), Hoxha, Mohamed (noch nicht spielberechtigt), Dobler, B. Celik (abwesend), Winistörfer (nicht aufgeboten), dafür mit Karaagac, M. Celik (1. Mannschaft) und Häusler. Verwarnungen: Krecovic und M. Celik.












